Hey, ich heiße Clementine und bin 16 Jahre alt. Ich war für 5 Monate in Frankreich am Les Cordelieres in Dinan. Anfangs war alle relativ schwer, vor allem der erste Monat war sehr anstrengend für mich, da ich mich an alles neu gewöhnen musste und mein ganzer Alltag komplett auf den Kopf gestellt wurde. Denn der Schulalltag in Frankreich ist wirklich sehr unterschiedlich zu Deutschland. Zu Beginn fande ich am schwersten die Zeitumstellung. In Frankreich hatte ich jeden Tag anstatt bis 13Uhr oder 14Uhr plötzlich bis 16:30Uhr Schule. Doch auch an diese Umstellung kann man sich gewöhnen, am Ende haben mir die 4 Extrastunden nachmittags auch nichts mehr ausgemacht. Vor allem mit einer Pause mittags von anderthalb Stunden ging der Tag relativ schnell um. Darüber hinaus könnt ihr in dieser Zeit mit euren Freunden in der Schule Kantine essen, wo es auch wirklich gut schmeckt, sehr viel besser als in meiner Schule in Deutschland. Und danach könnt ihr auch das Schulgelände verlassen, um in die Stadt zu gehen. Denn Les cordelieres liegt sehr zentral direkt mitten in der Innenstadt von wo es viele Möglichkeiten gibt in der Pause einmal den Kopf freizubekommen. Auch in der Schule gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel ein großes Foyer mit Stühlen und Tischen und auch einem Getränkeautomaten der Kaffee oder heiße Schokolade anbietet. In diesem Foyer habe ich wirklich sehr viel Zeit verbracht, denn auch in den Freistunden muss man im Foyer bleiben, wo ich dann meistens was gelernt habe, oder wenn Freunde von mir ebenfalls da waren, habe ich mit denen die Zeit vertrieben.
Bei der Fächerwahl konnte ich nicht im Voraus entscheiden, was ich machen möchte. Natürlich gibt es Pflicht Fächer, die man mit seiner Klasse zusammen hat, doch in der premier und terminal (11 und 12 Klasse) hast man noch 3 bzw. 2 Hauptfächer, die du am Anfang wählst. Ich zum Beispiel hatte ich Mathe, HGGSP (ähnlich wie Politik) und HLP (Literatur und Philosophie). Diese Wahl hat mir auch sehr gefallen, obwohl ich sie nicht getroffen habe. Jedoch wenn man nicht mit etwas zufrieden sein sollte, kann man immer wechseln und in einen anderen Kurs gehen. Klassenarbeiten schreibt man auch in jedem Fach. Aber so ein großer Unterschied gibt es zu Deutschland nicht, jedoch hat man in den hören Stufen (Premiere und Terminal) alle zwei Wochen eine Arbeit für zwei Stunden, welche auf dem Stundenplan eingetragen ist. Aber vor allem als Austauschschüler, gibt es keinen Grund zur Sorge, denn die Lehrer haben total viel Verständnis, wenn es darum geht Schwierigkeiten mit der Sprache zu haben.
Auf was man sich aber einstellen muss, ist der Unterricht. Im Gegensatz zu Deutschen Schulen, ist der Unterricht sehr viel konservativer und daher auch strenger. Man merkt, dass die Lehrer ein weniger Freundschaftliches Verhältnis zu ihren Schülern haben, als ich es in Deutschland gewöhnt war. Trotzdem gab es sehr viele auch lustige Momente im Unterricht, die ich erleben durfte. Was jedoch am meisten überrascht hat war, wie schnell ich Anschluss finden konnte. Die Leute aus meiner Klasse und generell aus meiner Stufe waren wirklich alle sehr freundlich und aufnehmend. Direkt an meinem ersten Schultag wurde ich mitgenommen und mir wurde alles erklärt und gezeigt. Bereits nach einem Monat habe ich eine Freundesgruppe finden können und über die möchten Monate hat sich diese nur noch erweitert. Mit vielen von diesen Personen habe ich auch jetzt noch viel Kontakt und plane bereits sie zu besuchen. Auch wenn die Sprache am Anfang ein großes Hindernis sein kann, gewöhnt man sich schnell daran und am Ende ist es mir garnicht mal mehr aufgefallen, dass ich gerade nur Französisch rede.