Schule in Großbritannien über Lockdown

Während meines Auslandsjahrs in England habe ich mehr Schule vor dem Laptop gehabt als richtig in der Schule. Grund dafür, war der vier Monate anhaltende Lockdown von Dezember bis März 2021. In der Reportage werde ich euch berichten, wie die Schule in Großbritannien abläuft und wie die Lehrer den jeweiligen Unterricht in Lockdown aber auch in der Schule gestaltet haben.

Das war meine Schule- ASTOR SECONDARY SCHOOL. Hier bin ich jeden Tag 40 Minuten mit dem Bus von Deal und wieder Nachmittags zurück gefahren. Ich ging in England in die Sixthform, das ist wie die Abiturstufe im Vergleich. Da sucht man sich 3-4 Leistungsfächer aus, die man dann sechs mal die Woche hat. Ich habe mich für Photography, Drama und Criminology entschieden aber es gab auch noch sehr viele andere intersannte Fächer, wie Psychology, Sociology, Ceramics, Health ans Social Care und vieles mehr. 

Am ersten Tag als wir angekommen sind, wurden wir sofort nett von unserem Sixthform-Head-Teacher empfangen. Sie hat uns dann sofort zu einer Versammlung gebracht, wo der Schulleiter alle Schüler willkommen gehießen hat und er die Regeln wegen Covid erklärt hat. 

Alle Sixthform Schüler dürfen sich nicht mit anderen Schulstufen mischen, wir müssen einen anderen Eingang nehmen und dürfen nicht durch den Haupteingang laufen, wir müssen uns während den Pausen und Freistunden nur in der Sixthform Area aufhalten, welche nur ein Raum mit Tischen und Stühlen war aber trotzdem war es einladend gestaltet. Das Essen für die Breaks und Lunch konnten wir mithilfe einer App des Essenanbieters bestellen und es wurde in die Area geliefert- das war echt sehr technisch fortgeschritten. Wir haben auch von der Schule ein Microsoft Konto zur Verfügung gestellt bekommen, mit dem wir Zugung zu jeglichen Programmen hatten. 

Natürlich mussten wir auch eine Uniform tragen. Diese besteht aus einem weißem Hemd, einem schwarzen V-Ausschnitt Pullover, einer schwarzen Hose oder schwarzem Rock mit Strumpfhose, schwarzen Schuhen und einer Krawatte mit dem jeweiligen Schulzeichen. 

Hier ist mein Stundenplan zu sehen. Am Morgen und am Nachmittag muss man zu seinem Klassenlehrer sich registrieren lassen, dnach beginnt erst der richtige Unterricht. Ich musste auch Mathe und Englisch noch zu beginn des Jahrs machen, da wir einen GCSE Abschluss in diesen Fächern brauchen damit wir unsere Leistungsfächer, auch A-Levels genannt, antreten können. Die Exams dafür habe ich Anfang November geschrieben. 

Ich habe mein Anfang und mein Ende des Auslandsjahres in der Schule verbracht, was ca 5 Monate waren. Die restlichen 4 Monate musste ich von zuhause mit meinem Laptop den Schulstoff erarbeiten. Da in England aber ein System von Microsoft genutzt wird, war dies kein Problem, da alles ohne weitere Schwierigkeiten funktioniert hat. Wir haben zu jeder Unterrichtseinheit einen Video-Call gehabt, wo wir freiwillig aussuchen durften, ob wir die Kamera anschalten oder nicht. Ich erinnere mich noch an den Lockdown in Deutschland, wo unser System dauerhaft abgestürzt ist und wir nur Aufgaben bekommen haben und keine Videokonferenzen hatten. 

Da muss ich sagen, dass ich die englische Weise eindeutig besser fand, da man so auch in Kontakt zu Anderen kam obwohl man sich nicht treffen durfte. 

PHOTOGRAPHY

Dieses Fach hat mir sehr viel Spaß bereitet. Es wurde immer ein Thema vorgegeben aber man hatte darin immer sehr viel eigenen Spielraum. Experimentiert wurde auch sehr viel, wir haben Pinhole Cameras oder Camera obscuras hergestellt. Die Lehrer waren immer begeistert von dem Ergebis. Die finalen Fotos haben wir dann entweder in unser Scetchbook oder auf Boards geklebt. 

Unsere Projekte gingen von Portrait über zu ungewöhnlichen Objekten hin zu Landschaften. Jedes Projekt war immer sehr lehrreich und hat neue Perspektiven gezeigt. Immer wenn ich unterwegs war, habe ich an Photography gedacht. 

Außerdem habe ich auch viel mit einer Analogkamera fotografiert. Da unsere Schule eine eigene Schwarzkammer hat, konnten wir dort auch selber unsere eigenen Bilder entwickeln lassen. Dies war zwar sehr zeitaufwendig ber es hat richtig viel Spaß gemacht. 

Über den Lockdown durften wir uns selber ein Projekt aussuchen, ich habe mich dafür entschieden Landschaftsfotos von leeren Straßen zu fotografieren, so hatte ich über den Lockdown einen Grund durch die Straßen zu gehen. Dieses Bild ist eines meiner besten: 

Nachdem wir wieder aus dem Lockdown kamen, durften wir uns erneut ein eigenes Projekt aussuchen, da habe ich mich für Fashion Montage entschieden und währenddessen ich an diesem Projekt gearbeitet habe, wurde mir klar, dass ich auf jeden Fall in meinem späteren Leben etwas in diese Richtung machen möchte. 

Meine Endnote in Photography ist ein A, was einer 1 in Deutschland entspricht. :)

DRAMA

Während Drama hatten wir immer sehr viel Spaß, da wir lustige Warm-Ups oder Übungen gemacht haben, die jedem gute Laune bereitet haben. Am Anfang des Jahrs mussten wir ein Monolog auswendig lernen und vorstellen. Danach haben wir uns mit einem Theaterstück auseinandergestzt welches wir reinterpretieren sollten. Dies haben wir während des Lockdowns fortgeführt. Da war es nicht all zu schlecht am Laptop zu sitzen, da wir eh ein Script schreiben mussten, jedoch hingen wir mit der Zeitplanung entwas hinterher. Oft haben wir auch lustige Spiele via Zoom gespielt, damit wir ein wenig auf andere Gedanken kamen.                       Nach dem Lockdown konnten wir dann endlich unser Stück im richtigen Raum proben und vorsppielen. 

Meine Abschlussnote in Drama ist ein B, was einer 2 entspricht. :)

CRIMINOLOGY

Criminology war immer sehr sehr interessant. Unsere Lehrerin hat uns PowerPoints gezeigt, welche wir in unsere Hefte übernehmen mussten. Während des Lockdowns hat sie den Unterricht einfach weitergefüht und uns die PowerPoints via Teams präsentieren lassen. Wir haben Themen wie die Arten von Kriminalität, wie man ein Mörder wird, wie man ein Mörder erkennt, das Bewusstsein der Verbrechen in der Öffentlichkeit und vieles mehr beprochen. 

Wegen Corona haben wir keine Exams geschrieben aber unsere Arbeiten im UNterricht wurden benotet und daraus hat sich dann unsere Endnote gebildet. Meine Endnote war ein A, was einer 1 entspricht ;)

Von der Schule wurde keine Nachmittagsbeschäftigung angeboten aber mein Drama Lehrer hat uns gefragt, ob wir eine Rolle in einem Theaterstück spielen wollen und da habe ich auf keinen Fall nein gesagt. Also sind meine Freunde und ich zwei mal die Woche nachmittags zu einer Probe gegangen. Während des Lockdowns haben wir uns durch das Script gelesen und als wir wieder in der Schule proben durften, haben wir es auch dort weitergeführt. Leider hingen wir aber so zurück mit den Proben wegen Corona, dass wir abbrechen mussten, da es keinen Sinn für eine weiterführung gegeben hätte. 

Seitdem wir aus dem Lockdown im März rausgekommen sind, mussten wir immer und überall eine Maske tragen. Meine Ohren haben am abend davon immer ziemlich geschmerzt aber nach einer Weile habe ich mich auch daran gewöhnt. Für Drama mussten wir immer eine besondere Maske tragen, damit man trotzdem unsere Mimik sehen konnte. Ab Ende April mussten wir die Masken dann nur noch in den Fluren tragen.

 

Das war der Blick aus der Schule, man konnte ganz Dover sehen. Die berühme Dover Castle hat man auch gesehen. :)

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ich das englische Schulsystem sehr interessant finde und es einen mehr in die Richtung weiterverhilft, die man später eventuel einschlagen möchte. Der Anspruch ist jedoch in der Sixthform geringer als beim Abitur, dabei kommt es aber auch auf die Fächerwahl drauf an. 

Die englische Schule hat den Lockdown auf jeden Fall besser gelöst als meine deutsche Schule und ich würde mir wünschen, dass die deutschen Schulen auch mehr Technik in den Unterricht interieren. 

Ich hoffe, dass ich einen guten Einblick in das britische Schulsystem geben konnte! Wenn du noch mehr fragen dazu hast, kannst du mich sehr gerne anschreiben!

Lea xxx

PS: auf der GLS Website findest du Infos zum Auslandsjahr High School in England.