Neujahr im Paradies -- Einmal Klischee Brasilien bitte

Auch wenn es sich schon wie Jahre anfühlt, letzten Monat um diese Zeit lag ich noch Traumstrand von Trancoso, im schönen Staat Bahia, nördlich von Minas Gerais.Dort habe ich gemeinsam mit meiner Gastfamilie die ersten zehn Tage des neuen Jahres verbracht.

Am Nachmittag des 31.12.2017 ging es dann auf nach Trancoso. Vom Flughafen in Belo Horizonte aus bis nach Porto Seguro in Bahia. Allerdings ersteinmal alleine ohne meine Gastschwester Rakel und meine Gastmutter Andrea. Warum? So genau weiß ich das ehrlich gesagt nicht, irgendetwas war wohl mit den Dokumenten nicht in Ordnung. Glücklicherweise konnten sie sich aber auf einen  späteren Flug umbuchen lassen. Garnicht so einfach an Sylvester.

 

Jedenfalls erreichte ich den Flughafen in Porto Seguro dann erstmal ohne meine Gastfamilie. Abgeholt wurde ich vom Vater meiner Gastschwestern, der in Trancoso wohnt. Die Autofahrt von Porto Seguro nach Trancoso dauerte ca. 2h und anlässlich der fast mehr als 30 grad hab ich mir erst mal eine Kokosnuss gegönnt.

 

Auf dem Weg nach Trancoso konnte ich mich dann erstmal von bahianischen Landschaft verzaubern lassen.

Gegen 18:00 Uhr kam ich dann in der Pousada sprich Pension meiner Gastgroßmutter an. Mit Sylvester am Strand wurde es dann leider nichts, denn meine Gastmutter und Gastschwester kamen leider erst gegen 23:55 an. Das hieß gerade noch genug Zeit um sich was traditionell weißes Anzuziehen.

 

Zu gegeben es ist kein Rio de Janeiro aber dennoch hatte ich ein einmaliges Sylvester

Und den ersten Tag des neuen Jahres hab ich dann natürlich am Strand verbracht.

Meiner Gastmutter kennt den Ort seit mehr als 20 Jahren und hat mir so einiges über dieses wunderschönes Dörfchen erzählt. Trancoso ist die Stadt der Hippies und auch Ureinwohner gibt es hier. Die Stadt gehört zur Costa do Descobrimento, ist circa 70 km von Porto Seguro entfernt, wurde von den Jesuiten zuerst im 16. Jahrhundert besiedelt, die dann nach 30 bis 40 Jahren wieder verschwunden sind.

 

Bis zum Jahre 1970 war dieses kleine Städtchen dann wieder von den Landkarten verschwunden, bis es die Hippies wiederenddeckten. Als sie dort ankommen sind, war dort weder elektrischer Strom noch Geld bekannt. Auch heute ist Trancoso noch ein echter Geheimtipp, allerdings gibt es seit den Flugverbindungen des Flughafens in Porto Seguro mit Metropolen wie Milan oder New York und der Ansiedlung des Milionärsclubs Club Méditerranée   immer mehr High Society Tourismus. Meine Gastmutter hat mir erzählt das auch Beyonce hier schon Urlaubt gemacht hat

Trotzallem hat der Ort nichts von seinem Charm verloren und das ist auch den Menschen die dort leben zu verdanken. Bahianer bzw. Trancosianer sind die wohl gechilltesten Menschen der Welt.

Während wir die Bahianische Hitze großteilig am Meer ( das Kind hat sich dann gleich an Tag 1 erstmal ordentlich verbrannt - zu meiner Verteidigung, meine Gastmutter auch) bzw. im Pool verbracht haben, sind wir am Abend gerne über den Quadrado geschländert. Dort kann man verschiedenste handgefertigte Errinerungsstücke kaufen und ja ich hab den ein oder anderen Reais da dagelassen. 

Auf dem Bild seht ihr das älteste Gebäude in Trancoso, eine Kirche die die Jesuiten damals erbaut haben.

Auch Tagsüber konnte man auf dem Quadrado sein Geld lassen...wie hier bei diesen 'traumhaften Traumfängern

Eines der für mich faszinierenden Dinge war die Landschaft. Wenn man genug vom Salzwasser hatte konnte man sich einfach umdrehen und in einem der Flüsse Rio da Barra oder Rio Trancoso schwimmen gehen, denn an zwei Stellen wird das Meer von diesem Fluss gespeist. Hier auf dem Bild seht ihr Rio da Barra.

Apropos Flüsse, auch in der Pousade gab es einen, sozusagen im Garten. Meine Gastmutter war ganz begeistert von mir, das ich mich überhaupt reingetraut habe, denn zugegeben auf dem ersten Blick sieht es mehr aus wie eine verlassene The Walking Dead Kulisse. Und auch das Kommentar meiner Gastmutter „Ach mach dir keine Sorgen um die Pflanzen da im Wasser. Das schlimmste was passieren kann ist, das mal eine Schlange vorbeischwimmt, aber da musst dann ganz ruhig bleiben, die tun normalerweise nichts, die schwimmen bloß hier lang“ hätte vielleicht den ein oder anderen abgeschreckt aber was macht man nicht alles als Austauschschülerin. Brasilianische Wilderniss pur.

Brasilien Flagge muss mit.

Am 4.1 hatte ich Geburtstag und den habe ich logischweise am Strand verbracht, wofür ich extra um 6 morgens aufgestanden bin. Wir sind dann etwa Stunden lang am Strand entlang bis zu Praia da Rio da Barra (den Strandteil in dem Rio Barra aufs mehr trifft gelaufen) . Mein Geburtstagsgeschenk war eine Schildkröten-Kanga, ein brasilianisches Strandtuch.

Ich habe hunderte Bilder dieser Art ... man wird schließlich nur einmal 17 am Strand

Die Landschaft ist einfach richtig unglaublich.

Hier könnt ihr nochmal Rio Trancoso in all seiner Pracht sehen.

Die restlichen Tage verliefen eigentlich genauso, aufstehen, frühstücken, an den Strand gehen und nachmittags wenn die Sonne zu heiß wurde, ab an den Pool oder in den Fluss.

So sehr ich das Meer auch liebe mein absoluter Lieblingstag war der, als wir einen Ausflug in ein Reservat der Ureinwohner in der Nähe Trancosos machten. Sie verkaufen dort ihre handgefertigte Kunst und man kann auch gezähmte Papageien auf den Arm nehmen, womit sie ihr Geld verdienen.

 

Wie man sehen kann hatten wir sichtlich Spaß.

 

Ich wollte meine neuen Freunde gar nicht mehr hergeben.

 

Irgendwann hatte ich dann alle drei auf meinem Arm und sie haben angefangen an meiner Kette zuknabbern.

Hier seht ihr ein bisschen der Handwerkskunst.

Am 10.1 hieß es dann nochmal Sonne, Sand, Strand und Meer bis zum Umfallen.....

und am 11.1 hieß es Tchau e Ate mais Trancoso und es ging zurück nach Belo Horizonte. ich werde meiner Gastfamilie ewig dankbar sein für diese 10 wunderschönen Tage