Mein Auslandshalbjahr in Argentinien- ein Rückblick

Jetzt ist es schon 2 Jahre her, dass ich nach Argentinien gegangen bin - 1 1/2, dass ich wieder in Berlin bin. Über die ersten 3 Monate habe ich schon damals berichtet. Diese Reportage könnt ihr hier lesen: https://www.high-school-community.de/de/content/photostory/mein-auslandshalbjahr-argentinien Jetzt werde ich in ein paar Monaten wieder zurück zu meiner Gastfamilie fliegen, ich freue mich schon total! Hier ist nochmal ein Rückblick auf eine der tollsten Zeiten meines Lebens.

Der größte Unterschied zwischen Deutschland und Argentinien war, dass alle dort viel lockerer waren, nicht so streng und steif, wie man es oft aus Deutschland kennt. Pünktlichkeit oder Verhaltensregeln sind nicht so wichtig, Dinge werden meistens spontan entschieden, die Leute leben viel mehr im Moment und haben deswegen auch irgendwie immer gute Laune. Auch Fremde werden oft direkt mit Umarmung oder Küsschen begrüßt, Händeschütteln gibt es kaum. Außerdem waren alle sehr offen und neugierig, kamen direkt auf mich zu und hatten überhaupt keine Hemmungen oder ihre festen Freundesgruppen, in die man dann nicht mehr reinkam.

Das Schönste in meinem Auslandshalbjahr in Argentinien war die Zeit mit meiner Gastfamilie; meinen Eltern, meiner Schwester und meinen kleinen Zwillingsbrüdern. Sie alle haben mich superherzlich aufgenommen, mir alles gezeigt und beigebracht, viel Interesse gezeigt und mir immer geholfen. Ich habe sie sehr liebgewonnen. Obwohl ich schon seit 1 ½ Jahren wieder in Berlin bin, haben wir noch sehr häufig Kontakt, und ich werde sie bald besuchen.

Am meisten überrascht hat mich die Offenheit der Argentinier. Ich wurde schon an meinem zweiten Schultag von mehreren meiner Klassenkameraden eingeladen, etwas mit mir zu unternehmen. Das haben sie auch nicht aus Mitleid oder Verpflichtung gemacht, sondern aus echtem Interesse und ihrer Offenheit für neue Leute. Auch bei meiner Familie habe ich mich schnell wie zu Hause gefühlt.

Wie schon gesagt war es bei mir überhaupt kein Problem, Leute kennenzulernen und Freunde zu finden. Das lag bestimmt auch daran, dass ich die erste Austauschschülerin an dieser Schule war und alle das sehr aufregend fanden.

Mein typischer Schultag: Ich hatte morgens von 8 bis 13 oder 14 Uhr Schule, natürlich mit Pausen, die ich mit meinen Freunden verbracht habe. Im Unterricht wurde ich meistens gut einbezogen und ich habe mitgemacht, so gut es eben mit meinen Spanischkenntnissen ging. Zweimal die Woche war nachmittags auch Sportunterricht. Ansonsten war ich nach der Schule entweder bei Freunden oder eben zu Hause bei meiner Familie, wo wir dann gespielt, gegessen, geredet und Hausaufgaben gemacht haben. Zweimal die Woche war ich auch mit meinem Gastvater beim Sport.

Beim Leben in einer Gastfamilie gibt es natürlich ein paar Unterschiede zum Leben zuhause. Am Anfang achtet man natürlich viel mehr darauf, was man sagt und wie man sich verhält. Man will ja einen guten Eindruck machen. Da ich in den ersten Wochen noch sehr schlecht Spanisch gesprochen habe, hat es etwas gedauert, bis die Gespräche mit meiner Familie lockerer und normaler wurden. Außerdem habe ich mir ein relativ kleines Zimmer mit meiner Schwester geteilt, das war neu für mich, aber super zum schnellen Kennenlernen. Ich fand es gar nicht schlecht, so war ich mit meiner Schwester direkt sehr eng.

Nachmittags und am Wochenende war ich bei meiner Familie/ und oder meinen Freunden. Wir waren zu Hause, im Park, bei Rugbyspielen meiner Brüder oder auf dem Land. Es gab viele Feiern, bei welchen dann immer die ganze Großfamilie oder eben alle Freunde zusammenkommen.

In den Ferien bin ich fast immer mit meiner Familie verreist, die mir unbedingt das Land zeigen wollten: ans Meer, in die Berge, Skifahren,…

Auch mit den anderen Austauschschülern, die ich am Anfang kennengelernt hatte, bin ich verreist: Für ein Wochenende in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires.

Der Abschied war sehr schwer und unglaublich traurig. Ich wäre so gerne noch länger geblieben! Aber irgendwann gewöhnt man sich dann ja auch wieder an sein zu Hause in Deutschland. Und ich fahre im Juli zurück zu meiner Gastfamilie und meinen Freunden! Darauf freue ich mich schon total :)