La dolce vita

Im Oktober habe ich die GLS Teilnehmerin Giulia in der Nähe von Turin besucht.

Mein Name ist Karola Machalett und ich bin beim GLS Sprachenzentrum unter anderem für die Schulaufenthalte in Italien zuständig. Im Oktober bin ich von Berlin nach Mailand geflogen, um dort meine Kollegin Micaela von der italienischen Organisation WEP zu treffen.

Meine Liebe zu Italien begann schon vor vielen vielen Jahren. Genauer gesagt im Sommer 1990, als ich mit meinen Eltern zum ersten Mal in die Toskana fuhr und ganz begeistert war von diesen warmherzigen, fröhlichen Menschen, von der vielen leckeren Pasta und vor allem dieser wunderbar wohlklingenden Sprache, die ich unbedingt lernen wollte. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, bin ich immer noch großer Pastafan, kann mich halbwegs passabel auf Italienisch verständigen und freue mich über jede Gelegenheit nach Bella Italia zu fahren.

Micaela und ich waren am Milano Centrale verabredet, dem Mailänder Hauptbahnhof, der sich im Vergleich zu der früheren grauen Tristesse unglaublich gemausert hat. Hier spürt man gleich, dass in Mailand das wirtschaftliche Herz Italiens schlägt. Bestätigt wird dies nicht zuletzt von den unglaublich hohen Preisen in den Bahnhofsgeschäften - ein kleines Sandwich mit Käse und Schinken kostet hier ganze 6 Euro.

Vom Centrale aus fahren Micaela und ich ins schöne Piemont, nach Turin, wo seit Anfang September die GLS-Teilnehmerin Giulia aus Hessen zur Schule geht. Am Bahnhof von Turin werden wir von Marina empfangen, die im lokalen Büro unserer Partnerorganisation arbeitet. Marina hat sich um die Schuleinschreibung von Giulia gekümmert und kennt daher das Liceo Linguistico (entspricht in etwa einem neusprachlichen Gymnasium), an dem Giulia untergebracht ist, persönlich. Entsprechend werden wir an der Schule auch gleich von einer sehr freundlichen und adretten Dame empfangen, die uns das Schulgebäude zeigt  - Giulias Italienischlehrerin.

Die Schule – nun ja – sieht aus wie die meisten Schulen eben aussehen. Erwähnenswert ist lediglich der in altrosa gestrichene, ältere Gebäudeteil, der von außen an eine Villa erinnert.

Giulia – die in Deutschland aufgewachsen ist, aber selbst sizilianische Vorfahren hat – ist froh, dass sie an eine neusprachliche Schule gekommen ist. Sprachen liegen ihr nämlich mehr als Naturwissen­schaften. Allerdings kann man sich im Italienprogramm den Schultyp nicht wirklich aussuchen. Die Teilnehmer müssen also offen sein für alle möglichen Schulrichtungen – ob nun classico, linguistico, scientifico oder sogar professionale. Wenn die Schüler einen speziellen Wunschtyp haben (z. B. das liceo classico, weil sie dort Latein belegen können), versuchen unsere Partner das dennoch umzusetzen. Generell geht es aber mehr darum, durch den Schulbesuch in Italien Land und Leute zu erleben und natürlich Italienisch zu lernen als sich akademisch weiterzubilden.

Im Mittelpunkt eines Schulaufenthalts in Italien steht also viel eher die Gastfamilie als die Schule – und auch da hat es Giulia super getroffen. Hier steht sie vor ihrer Schule (links) neben ihrer 22-jährigen Gastschwester und ihrer Gastmutter:

Netterweise lädt uns die Familie im Anschluss noch zu Caffé und Biscotti zu sich nach Hause ein. Wenn man Giulia so umrahmt von ihrer blonden Gastfamilie sieht, möchte man meinen sie sei die Italienierin und nicht umgekehrt. Aber kein Wunder - ihre Familie hat sie bereits so sehr ins Herz geschlossen, dass sie einfach dazugehört.

Nachdem wir uns von Giulia verabschiedet haben, geht's für Micaela und mich zurück nach Milano, wo ich den nächsten Tag zu einem ausgiebigen Stadtbummel nutze.

Bei einem leckeren Cappuccio, wie die Italiener sagen, verabschiede ich mich von Bella Italia und beneide insgeheim jeden Schüler, der hier ein paar Monate verbringen darf. Wenn's dich auch nach Italien zieht, melde dich einfach bei uns  - in der High School Abteilung des GLS Sprachenzentrum in Berlin.