Inside Japanese High Schools

Ich heiße Anja und betreue bei GLS in der Abteilung für das High School Auslandsschuljahr auch das Schulprogramm „Japan classic“. Im Mai 2018 habe ich auf meiner Reise durch Japan fünf High Schools besucht und erzähle euch davon, so dass ihr einen Eindruck von High Schools in Japan im Allgemeinen bekommt.

Die Schulen liegen in der Metropolenregion Tokio, in Yokohama und Oita. 

Ich habe folgende Schulen besucht: Josai University Junior and Senior High School, http://josaigakuen.ac.jp/, die Shinagawa Joshi Gakuin http://www.shinagawajoshigakuin.jp/45english/index.html, die Yokohama Municipal Minami High School http://www.edu.city.yokohama.lg.jp/school/hs/minami/ und die Kanto Gakuin Mutsuura Junior and Senior High School https://www.kgm.ed.jp und die Iwata High School in Oita. Wir beginnen in der Metropolregion Tokio.

Die Bahnen sind dort zwar oft voll, aber es gibt so gute Taktungen, dass in 3 Minuten oft schon der nächste Zug kommt und man eben den.

Durch das "Anstellen können" ist die Chance recht hoch, dass man es wirklich in den nächsten Zug schafft.

Das ist die Josai University Junior and Senior High School.

Immer werden gleich am Eingang die Straßenschuhe aus- und Schulschuhe angezogen. Das sind meistens eine Art Turnschuhe. Oft sind die Schnursenkel oder Schuhspitzen je nach Jahrgang verschiedenfarbig. So können die Schüler auch untereinander erkennen, wer jünger ist und zuerst grüßen muss. Nicht zu grüßen geht auf keinen Fall.

Sehr eindrücklich war die enorme Klassenstärke von 40 Schülern mit Tendenz zu noch mehr.

In alle Schulen, in denen ich war, haben sich die Mitarbeiter viel Zeit für mich genommen, woran man sieht wie willkommen und „exotisch“ Europäer sind. Ich wurde überall herumgeführt.

 Ich habe den Unterricht nicht nur von außen beobachtet (was ich mir zuvor gedacht hatte), sondern wurde oft in der Klasse vorgestellt, in der gerade Englischunterricht war. Die Schüler hätten mir Fragen stellen können, was sich aber kaum einer getraut hat. Dann haben wir mit „Hand-hochheben-bitte“ geklärt, wer schon mal in Deutschland war, wer weiß wo Berlin ist etc… Tatsächlich gab es ein paar Arme in der Luft aber noch mehr Gekicher…

Mein Eindruck war, dass die japanischen Teenager gerne Englisch reden und Gelegenheiten zum Üben nutzen, jedoch fällt es ihnen leichter, wenn  sie nur in Zweier- oder Dreiergrüppchen sind. ALLEIN hat sich nie ein Schüler getraut, mich anzusprechen.

In den Schulpausen habe ich oft mit den jweiligen internationalen Schülern geredet, die gerade an der Schulen iwaren. Zumeist nehmen Schulen vier bis fünf „internationals“ auf, manchmal auch nur zwei. Sie kommen aus allen Ländern der Welt -  von Italien über Frankreich nach Schweden und Kanada bis Kolumbien. Es ist garantiert, dass ihr nach dem Programm Freunde auf dem ganzen Globus habt.

Das Mittagessen ist meistens sehr lecker und preiswert (ca. 3 EUR), weil es subventioniert wird. Meistens wird es in der Schule frisch selbst gekocht.

Getränke- und oder Snackautomaten gibt es in jeder Cafeteria und manchmal sogar ein Angebot an Papierwaren.

Ich habe drei private und zwei staatliche Schulen besucht. Eigentlich würden die Privatschulen 500.000 – 800.000 Yen pro Schuljahr rund 4000 – 6000 EUR, jedoch werden die GLS Schüler*innen ohne Schulgeld aufgenommen, weil die Schulen aus Prestigegründen sehr gern europäische Gastschüler haben möchten. Besonders deutschsprachige gelten als sehr motiviert und organisiert und erfreuen sich großer Beliebtheit in Japan

Zwar sind die Schulen alle verschieden groß aber alle sind sehr gepflegt und super ausgestattet. Mein Eindruck war, dass die japanischen Schüler ihre Schule mehr lieben, als die Europäer ihre Schulen und sich mehr mit ihnen identifizieren. Deshalb kümmern sie sich auch selber darum, dass alles schön und ordentlich aussieht.

Zudem hat jede Schule ein wirklich breites Angebot an Club´s und AG´s, die an den Nachmittagen stattfinden, von wirklich allem was das Herz begehrt. So bietet die Kanto Gakuin Mutsuura HS sogar Skifahren und einen eigenen Ruderclub. Die Angebote werden im Schulflur öffentlich ausgewiesen und oft liegt auch noch Material dazu daneben.

Natürlich gehört Sport auch zum regulären Unterricht.

In jeder Schule gibt es einen Sportplatz und Spielfelder und mindestens eine Sporthalle.

Jede Schule irgendein Spezialprogramm oder eine Besonderheit hat, mit dem sie sich profiliert. So wurde die Iwata High School in Oita zum Beispiel von dem berühmten Architekt, Arata Isozaki 1960 designed. Von ihm ist auch das Olympiastadion in Barcelona. Ich finde, die Gebäude haben Ähnlichkeit mit Star War´s Kulissen, oder nicht? In der Iwata High School gibt es auch eine Kooperation mit der Asia Pazific Universität in Beppu, so dass alle 12 Klässler zweimal in der Woche an Unikursen teilnehmen, die später auf dem Schulzeugnis benotet werden.  

Von den Internationals wird erwartet, dass sie die Arbeiten und Prüfungen mitschreiben. Sie erhalten am Ende des Jahres auch ein Notenzeugnis. Jedoch keine Angst, auch den Lehrern ist klar, dass ihr nicht nur A´s und B´s schreiben könnt. Hauptsache ihr vermittelt den Eindruck, dass ihr auch ernsthaft anstrengt.  Apropos anstrengend: Die Schultage sind oft lang, da sich an den Unterricht noch Clubs und AG´s anschließen. Es kann gut sein, dass ihr morgens 6.30 Das Haus der Gastfamilie verlasst und erst abends 19 Uhr zurückseid, Fahrwege inklusive. Insofern ist es wichtig, dass ihr euch nicht übernehmt und zu viele Verpflichtungen eingeht. Wirklich ehrenrührig wäre es, euer Team oder Club im Stich zu lassen und wieder auszutreten, weil ihr merkt, es wird euch alles zu viel.

Die Schulen achten sehr auf Hygiene. Solche Plakate zur Werbung für Niesen in die Armbeuge, habe ich oft gesehen. Es ist sehr verbreitet, dass Impfteams direkt in den Schulen auch Grippeschutzimpfungen durchführen – die Teilnahme der Internationals daran wird erwartet. 

Viele tragen einen Mundschutz.

Klassen- bzw. Jahrgangsfahrten sind häufig. Die Gruppe der Schüler, die unterwegs sind, sind dann riesig. Ich habe solche Gruppen zweimal im Bahnhof gesehen und war jedes Mal fasziniert davon, wie ruhig und geordnet alles abläuft. Die Lehrer waren von allem am Lautesten, weil sie ständig irgendwelche Kommandos gebrüllt haben…. 

In Japan den regulären High School Alltag mitzuleben ist eine Herausforderung wegen der langen Schultage (oft auch samstags bis 14 Uhr) und strengen Regeln – jedoch bietet euch das Programm  „Japan Classic“ auf der anderen Seite auch eine riesige Auswahl an potentiellen Freunden in eurer Jahrgangsstufe und die Chance, euch wirklich zu assimilieren und zugehörig zu fühlen.

Informationen zum Japan Programm findet ihr auf der GLS Website.