Marching Band in Texas

Reportage von

Meine High School Band war mit Abstand eines der zeitintensivsten und schönsten Dinge, die ich in den USA erlebt habe. Besonders in Texas, wo Football der Nummer-Eins-Sport ist, waren die wöchentlichen High School Spiele im ersten Halbjahr von großer Bedeutung und das Highlight schlechthin. Wir waren als Band bei allen der Spiele dabei und haben sie zusammen miterlebt.

So sah es aus, wenn wir während der Spiele in der Tribüne gespielt haben. Wir spielten Stücke wie "Seven Nation Army" oder "Industry Baby", was zusammen mit dem jubelnden Publikum und den Cheerleadern für gute Stimmung sorgte.    

Das war die Trumpet Section. Innerhalb seiner eigenen Instrumentengruppe hatte man einen besonders starken Zusammenhalt.  

Das bin ich mit meiner Uniform. Unsere Schulfarben waren - wie unschwer zu erkennen ist - Blau und Gold. Auf meinem Hut kann man das Schullogo meiner High School sehen. Bequem waren die Uniformen nicht immer, aber man hatte so viel Spaß untereinander, dass man gar keine Zeit hatte, daran zu denken. 

Das war unser Football Stadion und so sah es aus, wenn wir als Band in der Halbzeit unsere Marching Show aufgeführt haben. Wir hatten auch offizielle Wettbewerbe, in denen wir gegen andere Marching Bands angetreten sind und nach Präzision und Qualität verglichen wurden. 

Hier ein anderes Foto mit zwei Trompetenspielern. Übrigens hatte ich meine eigene Trompete nicht aus Deutschland mitgenommen. Mir hätte ein Instrument von der Band geliehen werden können. In meinem Fall hat mir meine "Schul-Councilorin" die Trompete ihrer Tochter geliehen, da sie nicht mehr in der Band spielte. 

Marching Band Training hatten wir vier von fünf Schultagen - zweimal von 6:15 bis 8:15 (morgens) und zweimal am Nachmittag/Abend. So anstrengend und strikt das Üben auch war, hatten wir trotzdem immer auch Zeit für etwas anderes. Wir hatten spezielle Band Sport T-Shirts, die wir zum Trainieren anziehen mussten. 

Alle zwei bis drei Wochen gab es sogenannte Pep Rallys, deren Zweck es hatte, den School Spirit anzukurbeln und mitten am Tag zur Abwechslung einfach mal Spaß zu haben. Sie fanden meistens gegen elf Uhr morgens auf dem Football Feld oder in der Sporthalle für eine Stunde statt und es versammelten sich alle Schüler, Lehrer, sämtliche Sportteams, Cheerleaders, Spurs und wir als Band; und Schüler aller Gruppen und Lehrer sind vor der ganzen Schule in lustigen Spielen gegeneinander angetreten. Es war immer unterhaltsam. 

Wir wurden auserkoren am Texas Independence Day an der berühmten Alamo in San Antonio Downtown zu spielen. Es war eine besondere Erfahrung, zu diesem besonderen Anlass ein paar patriotische Volkslieder zu spielen. Zu solchen Events sowie zu den Pep Rallies haben wir immer spezielle Band Poloshirts getragen. 

Außerdem hatten wir zahlreiche Konzerte in und außerhalb der Schule. Die Band, in der ich spielen durfte, war vorletztes Jahr die beste High School Band in den gesamten USA. Wir durften sogar (dieses Foto) als Beispiel-band am bekannten Stück "Arabian Dances" zusammen mit dem Komponisten vor großem Publikum arbeiten.   

Das war der große Tag, auf den wir als Wind Ensemble mehrere Monate hingearbeitet haben. Beim UIL Wettbewerb spielen fast alle Highschool Bands des jeweiligen Staates vor einer Jury und werden mit einer Note von 1 bis 5 bewertet. Wir haben eine 1 bekommen und haben das nachher natürlich gefeiert. 

Zum Abschluss eines erfolgreichen Bandjahres gab es in der letzten Schulwoche an einem Abend ein Band Festessen, bei dem sich alle Band Schüler, Freunde und Eltern versammelt haben und den Erfolg der Band gefeiert haben. Es wurden Auszeichungen verliehen, Fotos und Videos angeschaut und natürlich zusammen gegessen und geredet. Ich habe auch zwei Auszeichnungen bekommen; eine nominierte mich und einen sehr guten Freund als bestes Duo. 

Am Ende des Jahres waren wir außerdem Teil einer großen Fiesta-Parade durch die Downtown in San Antonio. Wir waren eine von vielen High Schools, die hier vor über 400.000 Leuten marschiert und gespielt hat. Insgesamt marschierten wir über zwei Stunden ohne Pause, was ziemlich anstrengend war aber gleichzeitig sehr viel Spaß gemacht hat. 

Besonders zum Ende des Jahres hat auch die Jazzband immer mehr Auftritte gehabt. Meistens mussten wir schon um sechs Uhr morgens in der Schule sein, weil die Auftritte nicht selten schon um acht Uhr anfingen. Es hat sich aber voll und ganz gelohnt, da viele meiner besten Freunde auch dabei waren. Das ist ein Gruppenfoto von der Jazzband (ich bin der zweite von rechts in der obersten Reihe).