Japan in Momenten – Orte, die mich verzaubert haben

Reportage von

日本 - Von Anime bis Sushi hat wahrscheinlich jeder eine eigene Vorstellung von Japan. Aber das Land ist so viel mehr als Klischees und Trends.
Da ich schon immer gerne reise und neue Kulturen entdecke, ist mein Austausch in Japan für mich eine ganz besondere Erfahrung. In dieser Reportage möchte ich euch meine liebsten Erinnerungen zeigen: die Ausflüge an beeindruckende Orte, die kleinen Abenteuer unterwegs und die Begegnungen mit Menschen, die mir besonders im Herzen geblieben sind.
Vielleicht bekommt ihr ja selbst Lust, Japan einmal hautnah zu erleben.

Kyoto - もみじ

Kyoto ist wohl eine der bekanntesten Städte Japans... und das aus gutem Grund, denn sie hat ihren ganz eigenen Charme. Im November vergangenen Jahres durfte ich mich selbst von der atemberaubenden Schönheit Kyotos überzeugen. 
Während in Deutschland bereits der kalte, graue Winter vor der Tür stand, leuchtete Kyoto in den schönsten Rottönen. Die Tempel, umgeben von langsam verfärbten Ahornbäumen, boten einen Anblick, den man so schnell nicht vergisst. 
Zu Fuß erkundete ich die kleinen Gassen der Stadt, ließ mich vom Trubel treiben und sog die besondere Atmosphäre in mich auf. Von den berühmten Mochi bis hin zu den beeindruckenden Ausblicken über die herbstlich gefärbte Landschaft , ich genoss jede einzelne Minute dort. Es war eine Zeit, die kaum schöner hätte sein können.

(Die Aussicht vom Kiyomizu-dera)

(Padoga Kyoto)

Die frechen Rehe Nara´s

Auch Nara dürfte mittlerweile vielen Japan-Liebhabern ein Begriff sein. Die Stadt ist vor allem für ihre frei herumlaufenden Rehe bekannt, die einerseits unglaublich süß sind, andererseits aber auch ziemlich frech sein können. 
Mit dem Zug ist Nara nicht weit von Kyoto oder Osaka entfernt und eignet sich daher perfekt für einen Tagesausflug. Besonders schön war für mich, dass ich das Glück hatte, einen Freund aus Nara zu haben, der mir seine Heimat zeigen konnte. Dadurch durfte ich Orte entdecken, die man als normaler Tourist vielleicht gar nicht sieht, denn Nara ist weitaus mehr als nur Rehe.
Die Stadt beeindruckt mit zahlreichen Schreinen und Tempeln, darunter auch der berühmte Große Buddha. Vor allem für alle, die historische Städte und beeindruckende Landschaften lieben, ist Nara definitiv einen Besuch wert.

Miyazaki Takachiho gorge

Dieser wunderschöne Ausblick liegt nur einen Tagesausflug von Fukuoka entfernt. Zusammen mit einer anderen Austauschschülerin beschloss ich, die Insel Kyushu zu erkunden, und stieß auf diesen besonderen Ort.
Mitten zwischen Bergen und dichten Wäldern befindet sich eine beeindruckende Schlucht mit Wasserfall, hier kann man sogar Boot fahren. Für mich zählt dieser Ort definitiv zu meinen liebsten in Japan, denn der Ausblick und die Ruhe der Natur machen ihn zu etwas ganz Besonderem.

Die sieben Höllen Beppus

Ein weiteres Highlight auf meiner Japan-Reise war Beuppu, die Stadt der „sieben Höllen“. Zusammen mit einer Freundin habe ich diesen besonderen Ort besucht und war total fasziniert von den bunten, dampfenden Quellen. Jede „Hölle“ hatte ihren eigenen Charakter, und es war richtig spannend, durch die verschiedenen Bereiche zu schlendern und die Naturwunder zu entdecken.
Nach unserem Ausflug nach Beppu ging es weiter nach Yufuin, eine charmante Stadt, die für ihre heißen Quellen und die entspannte Atmosphäre bekannt ist. Dort haben wir auch das Ghibli-Dorf besucht, ein kleiner und liebevoll gestalteter Ort, der einen direkt in die Welt der Studio-Ghibli-Filme eintauchen lässt. Wir genossen es, durch die kleinen Straßen zu bummeln, Cafés zu entdecken und die besondere Stimmung des Ortes aufzusaugen.

Blick auf Fukuoka

In Minami-ku, ganz in der Nähe meiner Gastfamilie, bin ich auf eine Aussichtsplattform geklettert, um die Stadt von oben zu sehen, und es war richtig beeindruckend! Während ich die Aussicht genoss, kam ich gleich mit zwei Leuten ins Gespräch, erst mit einer älteren Dame, dann mit einem Mann.
Es war super spannend, mein Japanisch auszuprobieren und mich einfach locker mit ihnen zu unterhalten. Besonders überrascht hat mich, dass der Mann ein bisschen Deutsch konnte und früher an einer Universität in Deutschland unterrichtet hatte, ich hätte nie gedacht, dass ich so jemanden auf einer Aussichtsplattform in Fukuoka treffe!
Diese Begegnungen haben den Ausblick für mich noch viel besonderer gemacht. Ich habe gemerkt, dass Reisen nicht nur aus Orten, sondern vor allem aus Menschen und ihren Geschichten besteht. Solche Momente bleiben einfach für immer im Gedächtnis und machen den Austausch so einzigartig.

Chinesisches Neujahr in Nagasaki

Während meines Austauschs hatte ich das Glück, das chinesische Neujahr in Nagasaki mitzuerleben, ein echtes Highlight! Überall in der Stadt wurde gefeiert: die Straßen waren geschmückt mit bunten Laternen, roten Bannern und funkelnden Lichtern, dazu traditionelle Musik und kleine Aufführungen. Die festliche Stimmung hat die ganze Stadt verzaubert und mich sofort mitgerissen.
Ich bin durch die Gassen spaziert, habe wunderschöne Orte und historische Sehenswürdigkeiten entdeckt und mich einfach treiben lassen. Besonders toll war, die typischen Speisen und Leckereien zu probieren... vom Street-Food bis zu traditionellen Gerichten, alles super lecker!
Das chinesische Neujahrsfest in Nagasaki hat mir wieder gezeigt, wie vielfältig und lebendig Japan ist, und wie viel Spaß es macht, bei besonderen Festen in die Kultur einzutauchen.

Osaka

Mein absoluter Favorit während meines Austauschs war Osaka während der Pflaumenblüte am Schloss. Die Blüten waren einfach unglaublich... zart rosa und weiß, fast wie ein Traum, der über die alten Mauern des Schlosses schwebt. Ich konnte mich gar nicht sattsehen und habe die Atmosphäre in vollen Zügen genossen.
Neben dem Schloss habe ich die Umgebung erkundet und viele schöne Ecken der Stadt entdeckt. Kleine Gassen, Cafés und Parks, Osaka steckt voller Überraschungen und besonderer Orte, die man beim Schlendern entdeckt.
Ein besonderes Highlight war, dass ich meinen eigenen Daruma bemalen konnte. Es hat riesigen Spaß gemacht, kreativ zu werden und dem kleinen Glücksbringer eine persönliche Note zu geben. Dabei habe ich mich richtig auf den Moment konzentriert und gleichzeitig die japanische Kultur hautnah erlebt.
 

In Osaka habe ich einen Park besucht, um etwas Zeit zu verbringen. Überall standen Leute mit riesigen Kameras, und ich habe zunächst die Kraniche fotografiert, die dort unterwegs waren.
Später zeigte mir ein älterer Mann auf seinem Handy, dass es in der Nähe einen kleinen blauen Vogel gibt. Ich hatte ihn vorher gar nicht bemerkt. Eine Passantin hat mir dann auf Deutsch die Übersetzung auf ihrem Handy gezeigt: Es war ein Eisvogel, auf Japanisch „kawasemi“. Ich konnte ihn tatsächlich fotografieren und war total begeistert.
Als ich dann sah, dass noch viele Menschen an einem bestimmten Platz warteten, weil der Eisvogel dort häufig auftaucht, habe ich mich dazu gesellt. Wir zeigten uns gegenseitig unsere Fotos, lachten viel, und ein älterer Herr schenkte mir sogar vier postkartenähnliche Bilder.
Ich finde es besonders schön, wie Hobbys wie Fotografie Menschen auch über Sprachbarrieren hinweg verbinden. Solche Begegnungen machen den Austausch für mich unvergesslich und geben mir die Möglichkeit, die Kultur und die Menschen Japans auf eine ganz persönliche Weise kennenzulernen.

In all den Orten, die ich bisher in Japan besucht habe, fühle ich mich unglaublich wohl. Ich genieße es, durch die Städte und Parks zu schlendern, die abwechslungsreichen Landschaften zu entdecken und die besonderen Momente, die sich immer wieder ergeben. Besonders schön sind für mich die Gespräche mit den Menschen, die mir hier begegnen... sei es bei spontanen Begegnungen oder beim Austausch über gemeinsame Hobbys.
All diese Erlebnisse zusammen machen meinen Aufenthalt so besonders. Ich kann die Kultur, die Natur und die Menschen auf eine ganz persönliche Weise erleben, und genau das macht meinen Austausch für mich so unvergesslich. Jeder neue Ort, jede Begegnung und jeder kleine Moment trägt dazu bei, dass ich mich hier zuhause fühle und jede Minute genieße.