Margate, Ramsgate and Broadstairs - my dream in Kent

Ich war von September bis Dezember 2018 mit GLS in England, genauer gesagt in Kent, wo ich sehr viel erlebt und gelernt habe. Diese eindrucksvollen Ereignisse möchte ich gerne mit euch teilen und euch vielleicht auch die Angst vor eurem Auslandsaufenthalt nehmen.

Bei dem welcome weekend in Canterbury habe ich erstmal alle Austauschschüler kennengelernt, die auch von der Partnerorganisation von GLS, "speak exchange", betreut wurden und in Kent (so hieß die Gegend, wo ich wohnte) leben sollten. Dort haben wir in den Räumlichkeiten der Universität gewohnt, hatten Zeit zum In-England-ankommen und haben Ausflüge nach Canterbury und London (hier auf dem Bild zu sehen) gemacht.

An meinem ersten Tag in der Gastfamilie habe ich nach dem Kennenlernen die Umgebung mit meiner Gastschwester erkundet. Fühlt euch nicht schlecht, wenn ihr direkt nach dem Ankommen den Drang habt, erstmal wieder rauszugehen und dem Haus zu entfliehen. Das ist ganz natürlich und auf diese Weise lernt man direkt den schnellsten Weg zum Strand (oder dem nächsten Park). Am Strand habe ich während meines Aufenthalts sehr viel Zeit verbracht, auch wenn man ihn irgendwann gar nicht mehr wirklich wertschätzen kann. Trotzdem ist es eine willkommene Abwechslung gewesen, mal am Strand entlangzuspazieren, die Füße ins Wasser zu halten, mit den Freunden zu entspannen oder sogar baden zu gehen :)

Sonntags gab es bei mir immer ein gemeinsames Abendessen, wo auch noch mehr Familie kam. Auf dem Bild sieht man das Buffet vom Willkommens-Essen. Danach gab es das typisch britische roast dinner (Fleisch, dazu verschiedenes Gemüse, Kartoffeln und gravy - Bratensoße, die himmlisch schmeckt! - und manchmal auch yorkshire puddings). Das war eine tolle Tradition, meist verbunden mit Formel 1-Gucken, da meine Familie alle Fans davon waren. Auch wenn die ganze Woche stressig war, hatte man da die Gelegenheit, mal mit allen zu sprechen. Am Anfang habe ich mich noch etwas zurückgehalten, weil alle sehr viel geredet haben und ich noch nicht ganz sicher war, aber nach einiger Zeit gehörte ich einfach dazu. Sie haben mich vom ersten Tag an wie einen von ihnen behandelt und ich habe mich sehr willkommen und erwünscht gefühlt. Generell solltet ihr eurer Gastfamilie auch immer direkt sagen, wenn euch etwas nicht gefällt oder passt. Mit Sicherheit haben sie Verständnis dafür und es ist besser, das sofort aus der Welt zu schaffen, anstatt es sich anstauen zu lassen. Ich selbst kam zum Beispiel mit dem Hund der Tochter meiner Gastmutter nicht klar und dann haben immer alle darauf geachtet, dass er mir nicht zu nahe kam, wenn er da war. Deswegen war ich echt erleichtert und froh, dass ich mich getraut habe, den Mund aufzumachen.

Margate, wo ich gewohnt habe, ist ein sehr nettes Städtchen. Es gibt einige Parks, den tollen Strand und Dreamland, einen Freizeitpark mit einer Rollschuhbahn. Die Uhr auf dem letzten Bild ist ein "mini big ben" mit dem berühmten Westminster Schlag. So kann man problemlos die Zeit im Blick behalten. In Margate gibt es eine Shoppingstraße mit einem Costa, einem Poundland, einer Post, ein paar Kleidungsgeschäften, McDonalds und einer Bank. Auf dem Weg zum Turner Contemporary Museum am östlichen Ende der Hauptbucht findet man viele süße kleine Gassen und Cafés.

Broadstairs - etwa 7km weiter östlich die Küste entlang - ist die zweite Stadt des Dreiecks, was Margate, Broadstairs und Ramsgate bilden. Das Städtchen, in dem Charles Dickens gelebt hat, ist sehr nett am Wasser gelegen. Hier leben tendenziell die etwas besser verdienenden Leute. Mit dem Loop ist es gut zu erreichen. Der Loop ist die Buslinie, der im Kreis die drei Städte abfährt und sich gut für den Schulweg eignet. Alle 7min kommt ein Bus und man kann ihn gut benutzen, um die Gegend zu erkunden.

Ramsgate ist die größte der 3 Städte. Viele kennen sie vielleicht noch als Hafen für Fähren über den Ärmelkanal. Da bin ich zur Schule gegangen und habe den Großteil meines Tages verbracht.

Ich bin zur Chatham & Clarendon Grammar school in die 6th form (das ist wie die Oberstufe) gegangen. Da konnte ich drei Fächer wählen, die ich dann in insgesamt 15 Stunden in der Woche hatte. Die Lehrer waren alle sehr nett und unterstützend. Bei Fragen konnte ich immer zu ihnen kommen. Übrigens ist es auch einfach, Freunde zu finden, wenn man etwas nicht versteht und dann nachfragt ;)

In den Herbstferien habe ich das Angebot von speak angenommen, nach Dover zu fahren und mir die "White cliffs" und das dover castle anzugucken. Normalerweise werden auch Reisen nach Dublin oder Edinbourgh angeboten, dafür haben sich bei mir aber leider zu wenige angemeldet. Es lohnt sich auf jeden Fall, den eigenen Ort zu verlassen und zu reisen. Auf diese weise war ich ein paar Mal in Canterbury und auch in London.

Jeden Sonntag bin ich zur Kirche gegangen. Ich fand es interessant, das mal in England auszuprobieren. All Saints gehört der church of england an, die dem Katholischen in Deutschland ziemlich ähnelt. Auch wenn es weniger um den Gottesdienst an sich ging, war ich von der Gastfreundschaft begeistert. Schon beim ersten Mal wurde ich von vielen Leuten angesprochen, wer ich denn sei und ob ich nicht zum Tee bleiben wollte. Ich habe auch ein paar Mal "gedient", also den Messdiener gemacht. Für mich war die Gemeinde ein Zufluchtsort, wo ich genau das machen konnte, was ich am meisten wollte: mit native speakern Englisch reden. Ich habe eine Menge interessante Leute dort kennengelernt, mit denen ich auch noch teilweise Kontakt habe. Wer kein überzeugter Atheist ist, dem ist das zu empfehlen.

"Remember, remember, the 5th of November..." In England gibt es die alte Legende, dass eine Bande Krimineller um einen Offizier das englische Parlament mitsamt des Königs 1605 in die Luft jagen wollten. Der ausbleibende Erfolg wird jedes Jahr am Guy Fawkes day gefeiert. Dazu gibt es ein Feuerwerk, was ich mir zusammen mit meiner Gastmutter angeguckt habe.

Ich habe in meinen vier Monaten unglaublich viele Erfahrungen gesammelt und auch, wenn das Heimweh manchmal überwog, denke ich immer wieder gerne an die Zeit zurück. Ich habe sehr viel für mein Leben gelernt und Freunde fürs Leben gefunden. Ich wünsche dir, dass es dir genauso ergeht! -Clara

Kommentare

Hallo, ich fand deinen Beitrag sehr interessant, weil es hier nicht so viele Berichte über England gibt.

Ich werde nächstes Schuljahr auch auf die Chatham & Clarendon Sixth from gehen und wollte fragen, wie du das mit dem Dress Code gemacht hast. Als Mädchen soll man ja ein weißes Hemd, schwarzen Blaiser und einen schwarzen Rock tragen. Wie viele Garnituren hattest du oder wie viele sollte man haben?

Danke im Voraus :)