Mein Leben in Michigan

Hey, ich bin Sophia und habe 10 Monate lang eine High School in Jackson, Michigan mit GLS besucht. In dieser Reportage möchte über das schönste Jahr meines Lebens berichten und den zukünftigen Austauschschülern ein wenig Vorfreude bereiten :) Viel Spaß!

Mein Auslandsjahr begann am Flughafen in Detroit, wo mich meine Gastfamilie erwartete. Ich hatte bereits vier Monate zuvor mein Placement erhalten und die Zeit gut genutzt um sie kennenzulernen. Das erste Aufeinandertreffen war trotzdem überwältigend, ich war unglaublich aufgeregt aber so froh, endlich da zu sein. 

Bereits drei Tage nach meiner Ankunft begann auch schon die High School. Neben aufgewöhnlichen Kursen wie z. B. Parenting (Erziehungskurs), Broadcasting (Filmunterricht) oder Nutrition (Ernährungskurs), die mir sehr viel Spaß gemacht und tatsächlich enorm viel beigebracht haben, habe ich auch durch die Schule einige der wichtigsten Menschen meines Lebens getroffen. Die Schüler und Lehrer haben mich alle sehr freundlich empfangen, und schon in der ersten Woche habe ich echte Freunde gefunden. Hier sieht man mich und die anderen Austauschschüler der High School.

Durch meine Gastschwester, die genauso alt war wie ich, habe ich auch viel Zeit mit ihren Freunden verbracht. Auf diesem Foto sieht man uns in dem Keller eines Freundes, für den wir eine Überraschungsparty organisiert hatten. Mein Tipp um ein tolle Zeit im Ausland zu haben ist, bei allem mitzumachen. Wenn du eingeladen wirst oder dich jemand dich seinen Freunden vorstellen möchte, kann ich es nur empfehlen zu machen. Ich habe in dem ganzen Jahr wirklich so viele tolle Menschen durch spontane Aktionen getroffen, die später dann gute Freunde wurden.

Eine tolle Erinnerung war Halloween. Denn das Fest wurde praktisch den ganzen Oktober lang gefeiert. Zig Male war ich verkleidet, habe Kürbisse geschnitzt oder bin auf Bauernhöfe gegangen, wo man Apfelsaft pressen und Karameläpfel essen konnte. Meine Lieblingsverkleidung war das Hirschkostüm, dass man auf dem Bild sehen kann. Meine zwei besten Freunde und ich sind an dem Tag zu unserer Halloween Schulparade gegangen, wo man für einen guten Zweck kostümiert Kuchen verkauft hat.

Ich habe in Jackson gewohnt, einer Kleinstadt in Michigan, die etwa 3 Stunden von Chicago entfernt ist. Im Novemeber sind einigen Freunde mit mir nach Chicago gefahren um mir die Stadt zu zeigen, shoppen zu gehen und die Weihnachtsparade anzuschauen. Es war unglaublich kalt, Chicago wird ja auch The Windy City genannt, und an diesem Tag hat sie ihrem Namen alle Ehre gemacht. Denoch war ich bezaubert von der Stadt und froh darüber, auch neben Jackson eine weitere amerikanische Stadt kennengelernt zu haben.

Die Frühjahrferien haben meine Gastfamilie und ich in Florida verbracht. Auf unserem 22-stündigen Roadtrip von Michigan nach Florida haben wir viel gesehen, grunsätzlich war es spannend ganz neue Gegenden in Amerika kennenzulernen. Wir haben in Orlando gewohnt, wo wir unter anderem einen Tag in den Universal Studios verbracht haben. Hier sieht man meine Gastschwester und mich nach einer Wildwasserbahnfahrt - bei den schwülen Temparturen war diese sehr erfrischend!  

Das ganze Jahr über habe ich für die Schülerzeitung meiner High School geschrieben. Da mir Schreiben enorm viel Spaß bringt, hatte ich jeden Tag eine gute Zeit in diesem Kurs, auch die Leute waren toll und wurden wie eine zweite Familie für mich. In der "Journalism Family" hielt man zusammen und wurde unterstützt wo man nur konnte. Gerade in Zeiten des Heimwehs war dieser Kurs eine große Stütze für mich. Hier sieht man uns beim MIPA Award, wo wir Preise für unsere Schülezeitung gewonnen haben. 

Außerdem habe ich eine neue Sportart ausprobiert- Tennis! Das tägliche Training im Frühjahr gehörte zu den schönsten Zeiten meines Jahres. In Amerika wird Teamgeist groß geschrieben. In einem Sportteam findet man garantiert Freunde und es bietet einem viele Möglichkeiten den Staat besser kennenzuleren. Wir hatten an die 15 Turniere an anderen Schulen quer verteilt über den Staat. 

Einen Tag, auf den ich mich besonders vor meinem Auslandsjahr gefreut habe war der Prom. Im Mai war es dann endlich so weit, und nach einem Promposal von meinem damligen Freund und dem heißersehnten Kleid-Kaufen ging es dann endlich zu dem Ball. Wir sind mit einigen Freunden gegangen und hatten einen unfassbar schönen Tag. 

Michigan gilt als Staat der Seen. Wir selbst wohnten nur wenige Minuten von einem entfernt. Meine Gastfamilie hatte außerdem zwei Jet Skis, auf denen wir an warmen Tagen stundenlang über den See gefahren sind. Eine weitere einmalige Erfahrung :) Das Wasser war türkis und klar und das Jetskifahren machte mir super viel Spaß!

Doch alles hat ein Ende. Ein schwerer Abschied stellte meine Graduation dar. Wie in den amerikanischen Teenie-Filmen hieß es auch für mich, mit Hut und Robe, mein High School Diploma entgegen zu nehmen. Obwohl ich sehr traurig war, dass nun meine Zeit in der Schule vorbei war, denke ich sehr gerne an diese Tag zurück.

Dieses Bild stammt von einem der letzten Abende in Michigan. Hier habe ich mit meinen besten Freunden Wunschlaternen fliegen lassen. Abschließend lässt sich sagen, dass diese Jahr mich nicht nur enorm geprägt und gelehrt hat, mir wundervolle Freundschaften geschenkt hat und tolle Erinnerungen ermöglicht hat, sondern habe ich mich auch in diesem Jahr als Person gefunden. Ein Jahr allein auf der anderen Seite der Welt verändert einen und führt einem vor Augen, was wirklich wichtig ist im Leben, um glücklich zu sein. Danke GLS für diese einmalige Erfahrung!