12 Tage im Interior – Grenzerfahrungen zwischen Capivaras und Kräutertee

Vom 1.3.2018 bis zum 12.3.2018 habe ich dann mit meinen Gasteltern nach Campo Grande besucht, der Hauptstadt von Mato Grosso do Sul, ein Staat im Inland von Brasilien, der unteranderem an Paraguay grenzt. Campo Grande ist gut 1300 km von Belo Horizonte entfernt, dementsprechend bin ich natürlich per Flugzeug gereist.

Am Nachmittag des 1.3 bin ich dann in Campo Grande angekommen und wurde von meiner Gastmutter Juliana und ihren Eltern empfangen. Campo Grande ist wie gesagt die Hauptstadt von Mato Grosso do Sul aber nachdem ich jetzt fast acht Monate in einer 3 Millionen Einwohnerstadt gelebt habe, hab ich mich bei meiner Ankunft erstmal gefragt wo denn die ganzen Wolkenkratzer abgeblieben sind. Die gibt’s in Campo Grande nämlich nur im Zentrum. Wie gesagt Belo Horizonte hat 3 Millionen Einwohner, Campo Grande etwas weniger als 900.000. Am Abend waren wir dann noch in einem Restaurant, im Garten eines Nachbars. Und dann hieß es für mich ersteinmal ausruhen denn ich hatte es geschafft mir im Flugzeug eine Erkältung einzufangen. So viel zum Thema Reiseehrfahren. 

Am Freitag (2.3) war ich dann seit Monaten mal wieder schwimmen aber da mich meine Grippe einfach fest im Griff hatte, musste ich das leider den Rest der Zeit ausfallen lassen. Am Morgen war ich dann mit der mit Julianas Tante bei einem Bastelkurs, wo wir in einen sieben tägigen Workshop lernen sollten, wie man aus Moosgummi, Kunstrosen herstellen kann und ich war tatsächlich richtig begeistert. Ich finde unser Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das Wochenende hab ich langsam angehen lassen, zum einen weil ich erkältet war zum anderen weil bei täglich mehr als 30 Grad Kopfschmerzen absolut vorprogrammiert waren und sogar die Brasilianer sich lieber in klimatisierten Räumen aufhalten. Allerdings ging es mir dann mit ausreichend Wasser und Kopfschmerztabletten viel besser. Am Abend war ich mit meiner Gastmutter und ihrem Neffen im Kino und wir haben uns Pantera Negra (Black Panther) angesehen.

Am Sonntagmorgen waren wir mit der Labradorhündin Dara meiner Gastgroßeltern, bei den ich die 12 Tage gewohnt habe, in einem Park. Am Nachmittag war ich mit meinen Gastgroßeltern dann am Capivara-See. Eigentlich heißt dieser Lago d'Amor aber ich glaube das Bild ist selbsterlklärend haha. Während ich hier in Belo Horizonte bis jetzt nur einmal das Glück hatte ein Capivara zusehen gab es hier dutzende. Am Abend war ich außerdem mit meinen Gastgroßeltern bei einem Abendessen mit den ehmaligen Englischschülern meiner Gastgroßmutter, die Englischprofessorin ist.

Am Capivara See

Am Montag war ich dann wieder bei dem Bastelkurs mit meiner Gasttante und und Abend waren wir kurz auf dem Uni-Gelände der UFMS (Universidade Federal de Mato Grosso do Sul) denn manchmal kann man dort Papageie beobachten und tatsächlich hab ich welche gesehen. Meine Handykamera war leider nicht wirklich ausreichend um ein gutes Foto zuschießen aber dafür wurden wir dann auf dem Rückweg mit eine der schönen Sonnenuntergänge belohnt die Campo Grande zu bieten hat. (Auf dem Bild seht ihr das Wahrzeichen der Universität)

Und am Dienstag hieß es dann Roadtrip!!!!! Oder beziehungsweise 4 Stunden Autofahrt bis nach ….....Paraguay! Wie ich beschrieben hatte grenzt Mato Grosso do Sul an Paraguay und am Dienstag hab ich mich mit meiner Gastmutter und meinem Gastgroßvater auf nach Ponto Porra gemacht. Und was macht man so im Grenzbereich???? Genau Shoppen gehen. Denn alles ist billiger. Egal ob Eletronik, Essen, Kleidung …. absolut alles. Wir waren in Shopping China einem der größten Shopping Center dieser Art und ja ich bin fündig geworden um es mal so auszudrücken.

Auf der Paraguianischen Seite

'Grenzerfahrungen'

Mein absolutes Highlight war allerdings der Mittwoch. Der Vater meines Gastvaters Lauro, ist nämlich Tourguide in Campo Grande und ratet mal wer deshalb eine City Tour durch Campo Grande geschenkt bekommen hat? Genau ich. Nachdem Mittagessen hat mich Lauros Vater Carlos abgeholt und wir machten uns auf den Weg. Unserer Stops waren unteranderem eine Art Mercado Central, ein alter Bahnhof, und der Stadtpark der mich irgendwie Stark an den Central Park errinnert hat haha. Im Park ist mein Capivaras-Verliebtes selbst wieder voll auf seine Kosten kommen. Und auch Papageien hab ich dutzende gesehen. Es ist einfach richtig genial, die Tiere die man sonst nur im Zoo sieht einfach mal in freier Natur zusehen.

 

Die Capivaras laufen im 'Parque dos Nacoes Indigenas' einfach frei herrum

Capivaras sind meine neuen Lieblingstiere

Dieses Getränk nennt sich Tereré und ist eine Art Kräutertee.

Der Abendhimmel in Campo Grande war wirklich jedesmal besonders

Wer es noch nicht erraten hat, Papageie sind Campo Grandes Wahrzeichen.

Solche Graffitis gibt es auch in Belo Horizonte

Diese Papageien fliegen in Campo Grande einfach freiherum.

Am Donnerstags wurde es dann Interlektuell, denn eine ehmalige Schülerin meiner Gastgroßmutter, die ich am Sonntag bei dem Arbeitessen kennengelernt hatte, lud mich und meine Gastgroßmutter ein, sich eine ihrer Kursstunden anzusehen. Ich hab nicht alles verstanden, den es handelte sich um einen Jurakurs. In der Stunde ging es um öffentliches und privates Recht. Nach der Stunde tat sich mir der Wunsch auf doch bitte einfach die nächsten Zwei jahre zu überspringen und gleich anfangen zu studieren haha. 

Außerdem war ja auch Frauentag den ich zusammen mit Juliana und ihren Freunden aus Studienzeiten verbracht habe.

Campo Grande bei Nacht

Am Freitag hab ich mich vorallem ausgeruht und ein bisschen im Laden von meiner Gastmutter geholfen, aber das an dem Tag mehr als 35 Grad warm war ging es mir gegen nachmittag richtig schlecht und den Rest des Tages habe ich im im klimatisierten Zimmer im Bed verbracht und geschlafen. Gott sei dank (Gracas a deus) gings mir dann am Samstag dann viel besser und ich war mit Lauros Vater in einem Museum über die Ureinwohner Brasiliens. Das gehörte eigentlich zur Citytour aber am Mittwoch haben wir das nicht mehr geschafft.

 

Im Foyer des Museums

Am Sonntag war ich mich mit meiner Gastgroßmutter noch auf einem kleinen Markt und zum Abschied haben wir dann noch ein Churassco gemacht, denn für mich hieß es dann um 3 Uhr morgens até mais Campo Grande und ich hab mich wieder zurück in meine Heimat Belo Horizonte gemacht.

Campo Grande ist einfach unglaublich schön und ich bin sehr froh das ich bereits im April wieder für eine Woche dort sein werde